Ehrung und Ehrgeiz

Das Sommercamp des DKenB in Lindow fand ungewöhnlich früh im Jahr statt. Aber 2015 ist eben auch kein gewöhnliches Jahr für den Deutschen Kendo Sport. Die Weltmeisterschaft in Tokio steht unmittelbar bevor, so dass dieses Gasshuku für die Frauen und Männer der Nationalmannschaft noch als eine willkommene gemeinsame Trainingsmöglichkeit genutzt werden konnte. Unter der Anleitung von Takeshi SUMI sensei, 7. Dan Kyoshi, erhielten die 14 Athleten den letzten Schliff. Um die Breitensportler kümmerte sich Takeshis älterer Bruder Shohei SUMI sensei, 7. Dan Kyoshi. Der 43 jährige Bundestrainer von 2010/11 bereitet sich zur Zeit auf seine Prüfung zum 8. Dan vor. Derzeit legt er besonderen Wert auf das Shinai-Kendo und ließ die Lehrgangsteilnehmer auch daran teilhaben. Blasen an Händen und Füßen waren der Preis, den die Übenden zu zahlen gern bereit waren.

 

Bestärkt wurden sie in ihrer “Opferbereitschaft“ durch den Vortrag der beiden Kendo-Lehrer, in dem es um das lebenslange Kendo ging. Nicht aufzugeben und sich auch durch Misserfolge nicht beirren zulassen, ist das Credo des jüngeren Bruders Takeshi. Stets durch Haltung und korrekte Kleidung einen guten Eidruck zu vermitteln, ist Shohei wichtig – egal ob in der Prüfung oder beim Wettkampf. Das klingt zunächst banal, ist es bei näherer Betrachtung aber nicht. Denn ein souveräner Auftritt beeindruckt Prüfer, Schiedsrichter und Gegner gleichermaßen. Wenn dann noch die korrekte Form eingehalten wird, ist der Erfolg fast programmiert.

 

 

 

Ein besonderes Erlebnis war das Gashuku 2015 auch für Rainer Jättkowski. Einstimmig hatte ihn die Mitgliederversammlung des DKenB für sein langjähriges Engagement für den Kendo Sport im April zum Ehrenpräsidenten ernannt. Er habe nie ein „Vereinsmeier“ sein wollen, sagte Rainer in seiner Dankesrede vor den Teilnehmern des Lehrgangs. „Aber wenn es sonst keiner macht, mache ich es eben“, so seine Begründung für die Kandidatur für das Präsidentenamt. Zehn Jahre land stand er dem Deutschen Kendobund vor. In dieser Zeit förderte Rainer auch besonders  den Leistungssport im DKenB. Diese Leistungsorientierung führt auch aktuell zu internationaler Anerkennung.

 

 

 

 

Zum ersten Mal darf ein europäisches Mitglied der Internationalen Kendo Föderation gleich drei Schiedsrichter zur Weltmeisterschaft nach Tokio entsenden. Neben Uwe Kumpf werden Ralph Lehmann und Paul-Otto Forstreuter über die Punktevergabe im Mutterland des Kendo entscheiden. Herzlichen Glückwunsch den Nominierten sowie Rainer Jättkowski zum neuen Titel, den bisher allein Wolfgang Demski inne hatte.

 

 

 

 

Nun gilt es den Mitgliedern der Nationalmannschaft für ihren Auftritt in der Hauptstadt Japans alles Gute zu wünschen. Sie werden bei dieser WM ein Novum erleben. Erstmals wird Takeshi SUMI sensei, entsandt vom Japanischen Kendoverband als Bundestrainer 2014/15, die Sportler auch im Budokan – der großen Kampfsporthalle in Tokio – am Rand der Wettkampfflächen unterstützen.

Die Zeichen stehen also gut für ein ganz besonderes Jahr für den deutschen Kendo Sport.
Impressionen vom Gasshuku 2015 gibt es in einer kleinen Galerie auf unserer Facebook-Seite