Das internationale Symposium der japanischen Universitäts-Kendo-Föderation

Bericht über das internationale Symposium der japanischen Universitäts-Kendo-Föderation

Am Samstag, dem 20. Februar 2021, fand das internationale Symposium der japanischen Universitäts-Kendo-Föderation via Zoom statt. Unter den 234 (!) Teilnehmenden waren viele Sensei, Studierende zahlreicher Universitäten, sowie Kendo-Funktionär:innen verschiedener Länder (Japan, Korea, Taiwan, Thailand, Kanada, Belgien Niederlande, Ungarn und Deutschland). Der DKenB wurde durch Uwe Kumpf, Kazuko Kumpf und Shinta Kato vertreten. Eingeladen hatte Yoshiko Oda (6. Dan) von der Kanazawa Universität, der viele Jahre in Deutschland verbracht und sich seither für diverse Kendo-Austauschprogramme engagiert hat.

Das Symposium begann um 16 Uhr Ortszeit (08:00 Uhr bei uns) mit einem Vortrag von Masayuki Miyasaka Sensei (7. Dan), der neben seiner Tätigkeit als Anti-Doping-Beauftragter im ZKNR derzeit vor allem als Virologe in Japan medial präsent ist und unter dessen Leitungen bereits im Frühling 2020 Untersuchungen zur Virusübertragung im Kendo stattfanden. In anschaulicher Weise erklärte er die Mechanismen einer Virusinfektion und betonte, dass durch die Kombination aus Maske und Men-Visier während des Trainings das Übertragungsrisiko um 90 Prozent verringert werden kann. Im Anschluss an den Vortrag beantwortete er Fragen der Teilnehmenden im Chat.

Ab 17:15 Uhr gaben Studierende aus zahlreichen Präfekturen (Hokkaido, Yamagata, Saitama, Chiba, Ibaraki, Yokohama, Tokyo, Niigata, Nagano, Kanazawa, Shiga, Osaka, Kagawa, Hiroshima und Fukuoka) in dreiminütigen Kurzvorträgen einen Einblick in ihren aktuellen Kendo-Alltag und Maßnahmen während des Lockdowns im vergangenen Jahr. Dabei lässt sich zusammenfassen, dass während des Lockdowns häufig auf Online-Trainings und alternative Trainingskonzepte wie Laufen oder Tabata zurückgegriffen wurde. Mittlerweile findet landesweit eingeschränkter Uni-Sport unter Einhaltung verschiedener Hygienekonzepte (z.B. Reduzierung der Trainingszeit, Training in Kleingruppen, Vermeidung von Trainingsinhalten, die intensiven Kontakt bzw. Atmung erfordern) sowie einer strikten Maskenpflicht statt. Auf regionaler Ebene sind vereinzelt Turniere in Planung. Häufig wurde der soziale Zusammenhalt innerhalb der Kendo-Gemeinschaften positiv bewertet.

Ab 18:00 Uhr erfolgten die internationalen Lageberichte. In Belgien und den Niederlanden ruht der Kontaktsport ähnlich wie bei uns. In Ungarn sind regionale Unterschiede vorhanden, wobei im Zentrum Budapest ebenfalls kein Kontaktsport möglich ist. Auch in Kanada gibt es regionale Unterschiede, der Kontaktsport ist jedoch durchaus möglich. Interessant war hierbei, dass das kanadische Nationalteam neben regelmäßigen Online-Trainings auch sportwissenschaftliche Ansätze zur individuellen Leistungsförderung mittels Accelerometer erprobt. In Thailand sind die Inzidenzen niedrig, sodass hier nahezu uneingeschränkter Sport möglich ist, in Taiwan kann man sich sogar Training ohne jegliche Einschränkungen leisten. In Korea sind die Verhältnisse vergleichbar mit Japan. Die Berichte wurden jeweils mit persönlichen Grußworten und Wünschen an die studentischen Kendoka abgerundet.

Um 19:00 Uhr begaben sich die Studierenden in andere Meetings, welche in entspannter Atmosphäre der sozialen Vernetzung dienen sollten, während Sensei und Funktionär:innen noch für einen informellen Austausch blieben. Unter anderem wurden Fragen zur finanziellen Lage der Sportverbände und -vereine gestellt und Interessen bekundet, derartige Formate auch zukünftig zu nutzen.

Trotz einer beträchtlichen Länge von 3,5 Stunden war das Onlinesymposium sehr gut angeleitet, sodass man sich einen umfassenden Überblick über die globalen und zugleich regional unterschiedlichen Auswirkungen der Pandemie auf das Kendo verschaffen konnte. Es war schön, bekannte Gesichter wiederzusehen und sich über die Kontinente hinweg ermutigende Worte zuzusprechen. Ein Sensei fasste am Ende schön zusammen, dass uns die Pandemie den Wert des Gegenübers vor Augen führt und zwischenmenschliche Aspekte des Kendo wieder an Bedeutung gewinnen.

Shinta Kato