Kendoka goes Stammzellenspende

Kendoka sollten die Werte, die sie im Training und auf ihrem Weg lernen, bestenfalls auch im Alltag vertreten. Bei Malte ging die Hilfsbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein so weit, dass er Stammzellen spendete. Wie er dazu kam, Spender zu werden und wie er den ganzen Prozess empfunden hat, erzählt er in dem folgenden Kurzbericht selbst:

“Liebe Leserin, lieber Leser,

vielleicht kennen wir uns nicht. Vielleicht sind wir uns aber auch schon beim Training, Lehrgang oder Turnier begegnet.
In jedem Fall hoffe ich, dich mit meiner Geschichte für den Kampf gegen Leukämie gewinnen zu können.

Ich bin Malte, 25 Jahre alt, wohne und studiere in Aachen. Seit 2009 betreibe ich Kendo und seit 2013 bin ich in der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, kurz DKMS. Ziel der DKMS ist es, Menschen, die an Leukämie (Blutkrebs) erkrankt sind, eine Stammzellspende zu vermitteln und so eine zweite Lebenschance zu ermöglichen. Je mehr Menschen bei der DKMS registriert sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, für jeden Patienten den passenden Spender („genetischen Zwilling“) zu finden.

Damals, 2013, kam eine ehemalige Schülerin zusammen mit einem Team der DKMS zu uns an die Schule. Sie erzählte von ihrer Spende und anschließend konnte man sich gleich vor Ort typisieren lassen. Das ist genauso leicht, wie es in der Werbung aussieht: Mund auf. Stäbchen rein. Spender sein. Und auch genauso unverbindlich: Sollte man kalte Füße kriegen, kann man seine Daten jederzeit löschen lassen. Sollte man doch seine Meinung ändern, ist man zu nichts verpflichtet.

Dann habe ich sieben Jahre nichts gehört – bis letzten Sommer. Da ich als möglicher Spender in Betracht kam, erhielt ich im Juli 2020 ein Päckchen mit allerhand Informationen und einem Blutentnahme-Kit, um zu schauen, ob ich tatsächlich als Spender passend bin. Es vergingen wieder ein paar Monate bis Dezember. Ich wurde angerufen, da mein „genetischer Zwilling“ sehr krank sei. Leukämie. Ob ich denn nach wie vor zur Spende bereit sei? Auch hier hätte ich zurücktreten können. Bin ich aber nicht. Darauf folgte dann im Januar eine Untersuchung, um sicherzustellen, dass ich auch gesund und fit genug bin, um zu spenden. An der Stelle muss ich sagen, dass restlos alle, mit denen ich im Zuge der Spende zu tun hatte, stets bemüht waren, alle meine Fragen zu beantworten, und ich durchweg das Gefühl hatte, in besten Händen zu sein.​

In den vier Tagen vor der Spende musste ich mir dann zweimal täglich ein Medikament spritzen, um mein Blut mit Stammzellen anzureichern. Es kann hierbei zu milden Kopf- und Gliederschmerzen ähnlich wie bei einer kleinen Grippe kommen. Bei mir waren es gelegentlich leichte Kopf- und Rückenschmerzen. Die Spende selbst fand in Köln statt. Dafür bekam ich dann zwei Zugänge gelegt. Auf der einen Seite wurde Blut abgenommen, die Stammzellen wurden herausgefiltert, und auf der anderen Seite wurde mir das Blut wieder zugeführt. Das dauert einige Stunden, aber keine Sorge: Währenddessen kann man lesen, Filme gucken und Podcast hören. Nichts von all dem habe ich als besonders lästig empfunden und würde ich nochmal angerufen werden, ob ich denn spende, würde ich es jederzeit wieder tun.

Und wenn du jetzt denkst „das klingt ja einfach, einem Menschen die Chance zu geben, weiterzuleben“ und Lust hast, dem Kampf gegen Blutkrebs beizutreten, ist hier ein Link: www.dkms.de/de/spender-werden. Hier kannst du prüfen lassen, ob du als Spender in Betracht kommst und, falls ja, dir kostenlos ein Typisierungs-Kit zukommen lassen.

Ich hoffe, dass die Umstände es bald erlauben, dass wir uns auf einem Kendo-Event treffen.
Bis dahin bleib bitte gesund.

Vielen Dank fürs Lesen und lieben Gruß
Malte Heinrichs, DJSG Köln e.V.”