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Einmal im Jahr wird es im idyllischen Musashi no Sato geschäftig. Dann nämlich, wenn der Otsuu Cup stattfindet. Diejenigen, die den Roman Miyamoto Musashi oder das Manga Vagabond gelesen haben, kommen die Namen schon bekannt vor: Richtig, es handelt sich um den Miyamoto Musashi, dem Erfinder von Nito-Schule, und der Otsuu, in die Miyamoto Musashi unsterblich verliebt war.

Bereits zum 16. Mal fand eines der zwei größten Frauenturniere im Geburtsort des legendären Schwertkämpfers Musashi statt – und dieses Jahr mit einer Delegation von zwölf Europäerinnen. Mit Jasmin Rodig, Sabrina Kumpf und Sophia Ade – also der amtierenden, der ehemaligen Kapitänin der Nationalmannschaft und der Drittplatzierten an der diesjährigen Europameisterschaft in Budapest, war der DKenB ebenfalls stark vertreten. Die übrigen Delegationsmitglieder stammten aus Frankreich, Belgien, Niederlande, Polen und Kroatien.

Der einwöchige Aufenthalt wurde, bis auf den Flug, finanziell von den Organisatoren getragen und war kombiniert mit einem Sightseeing Programm in der Region Okayama, in welchem Musashi no Sato liegt. Dies ging von Shopping im mittelalterlichem Kurashiki (häufiges Schulausflugziel) über den Besuch einer Teefabrik und war begleitet von kulinarischen Erlebnissen – ob nun unterwegs oder an einer der drei Hauptmahlzeiten. Natürlich durfte auch ein Besuch im Musashi Schrein nicht fehlen.

Trainieren durfte die Delegation im berühmten Musashi Dojo, welches anscheinend nicht jedem offen stünde. Weiterhin fand ein Kinder- und Jugendtraining mit circa 50 Teilnehmern statt und ein weiteres Godokeiko mit 80 8. Dan-Trägern. Alle Trainingseinheiten beeindruckten auf andere Weise. Bleibenden Eindruck hinterliess auf jeden Fall die letzterwähnte Trainingseinheit. Verletzungsfrei war es möglich in drei Reihen mit etwa 200 Teilnehmern zu trainieren.

Am nächsten Tag fand der Otsuu Cup statt. Es wurden in folgenden Kategorien gekämpft: 18-29 Jahren, 30-39 Jahren, 40-49 Jahren, 50-59 Jahren, ab 60 Jahren und Team Wettkämpfen. Teilgenommen haben 640 Frauen. Kaum verwunderlich war die strikte Organisation für ein raschen Turnierverlauf: Im Einzel waren die ersten drei Runden Ipponshobu mit drei Minuten Kampfzeit und anschließendem Hantei, danach bis zum Viertelfinale Sanbonshobu mit Hantei und erst danach unlimitierte Kämpfe. So war es aber möglich, die Individualkategorien bis kurz nach dem Mittag durchzukämpfen. Jasmin gewann den ersten Kampf, musste sich aber im zweiten Kampf geschlagen geben. Sophia verlor leider im Hantei in der ersten Runde. Sabrina konnte sich bis in die dritte Runde vorkämpfen, wo sie dann der Siegerin vom Vorjahr unterlag.

Der Mannschaftswettkampf fand nach der Mittagspause statt. Die Teams aus drei Personen starteten in einer festen Reihenfolge, welche bereits einen Monat vorher dem Organisator bekannt gegeben musste. Das deutsche Team konnte sich souverän mit drei Siegen (1:0, 1:0, 2:0) gegen den ersten Gegner durchsetzen. Leider unterlag die Mannschaft aber im zweiten Kampf mit 0:1, 0:1 und 2:0 knapp.

Alle Delegationsmitglieder haben eine gute Leistung gezeigt. Es reichte zwar nicht für eine Platzierung, aber es wurde doch deutlich dass sich das europäische Kendo auf einem guten Weg befindet. Falls nächstes Jahr wieder die Möglichkeit besteht, von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen, ist dies wärmstens zu empfehlen. Es birgt nicht nur eine unschätzbar wertvolle Wettkampferfahrung sondern auch genügend Zeit für Freizeitaktivitäten und die japanische Kultur auf sich wirken zu lassen.